Der Speicherkrise entkommen durch Gebrauchtkäufe für Uni, Schule, Daheim, Büro | c’t uplink
Episode von c’t uplink - der IT-Podcast aus Nerdistan von c’t Magazin · 22. August 2026 · 47 min
SSDs und Arbeitsspeicher sind weiter teuer, und wie die c’t-Experten Christian Hirsch und Florian Müssig analysieren, wird das vorläufig so bleiben – und zwar nicht nur ein paar Wochen lang, sondern eher auf einige Jahre hinaus. Aber derart lange vorhandene PCs und Notebooks weiter zu nutzen und die Speicherkrise einfach auszusitzen, ist nicht für jeden praktikabel.
Lässt sich ein Neukauf nicht weiter hinauszögern, sollten auch Gebrauchtgeräte in die Überlegungen einbezogen werden. In diesem Video-Podcast stellen wir Hardware-Empfehlungen zusammen und diskutieren Alternativen wie externe SSDs oder Aufrüsten. Auch warnen wir vor einigen Fallstricken, denn inzwischen ist auch der Gebrauchtmarkt ganz schön abgegrast.
Die empfehlenswerten Gebrauchtgeräte sind Firmenrückläufer. Was nach drei Jahren abgeschrieben ist oder aus dem Leasing fällt, geht an Refurbisher, die sich um Details wie das Aufspielen gültiger Windows-Lizenzen kümmern. Aber weil auch die Firmen unter den gestiegenen Neupreisen leiden, nutzen viele die Geräte fünf Jahre und länger. Entsprechend ältere Geräte dominieren nun den Gebrauchtmarkt.
In vieler Hinsicht ist das kein Risiko, weil wichtige Techniken wie schnelle Prozessoren, vollwertige USB-C-Ports und auch die Windows-11-Tauglichkeit seit vielen Jahren üblich sind. Aber Vorsicht ist dennoch geboten, da einige Händler nun auch die verstaubtesten Ladenhüter auf den Markt bringen. Und einige Details wie gute Mikrofone und Webcams kamen teils erst deutlich nach Corona in Mode und in die Firmengeräte. Christian und Florian geben weitere Tipps und erklären, warum auch die Gebrauchtpreise mit den Speicherpreisen steigen.
Im Windows-Bereich sollte man Intel- oder AMD-Geräte kaufen. ARM/Qualcomm holt zwar auf, aber die guten Prozessoren sind im Gebrauchtmarkt noch nicht zu finden. Genau anders herum bei macOS: Für Intel geht die Unterstützung absehbar zurück, also sollte man gebrauchte Apple-Hardware nur mit M-Prozessoren kaufen – der M1 ist für vieles weiterhin schnell genug.
Dem Aufrüsten – sowohl der eigenen Geräte als auch etwaigen nur zu schwachbrüstig gefundenen Gebrauchten – sind enge Grenzen gesetzt: Bei vielen Notebooks ist der Speicher fest aufgelötet, der Prozessor inzwischen immer. An die SSD-Module kommt man zwar bei manchen Modellen, aber fast alle Firmen-Notebooks vertragen nur ganz bestimmte Module. Die c’t-Redakteure erklären, warum man dann nicht einmal herausfinden kann, welche Module das sind.
Spannend in dieser Hinsicht sind die modularen und aufrüstfreudigen Notebooks vom Hersteller Framework. Diese durchaus erfolgreiche Firmenstrategie führt allerdings dazu, dass Framework im Gebrauchtmarkt kaum eine Rolle spielt. Die Zusammenhänge erläutert Florian.
Besser sieht’s bei Desktop-Rechnern aus. Passende RAM-Riegel und SSDs lassen sich einfacher finden, und mit etwas Vorplanung verträgt das Mainboard sogar noch ein paar neuere Prozessorgenerationen. Trotzdem empfehlen Christian und Florian, gebrauchte Notebooks und PCs komplett zu kaufen, vor allem aufgrund der Händlergewährleistung.
Das ist auch der Hauptgrund, weswegen die c’t-Redakteure vom Privatkauf abraten – oder man sollte sich zumindest der Risiken bewusst sein, auch in Bezug auf Verschmutzungen oder Windows-Lizenz. Zudem haben die Consumer-Baureihen inzwischen manchen technischen Fortschritt erst später bekommen als die Business-Baureihen. Ach, und wer Gaming-Grafik erwartet, der Podcast geht ausführlich drauf ein, aber die Kurzform ist: das gibt der Gebrauchtmarkt nicht her.
Weitere Episoden von „c’t uplink - der IT-Podcast aus Nerdistan“
- Kann KI wirklich programmieren? Unsere Experimente mit Vibe Coding | c’t uplink 10. Oktober 2026
- klein, kräftig, nicht mehr kostengünstig: Mini-PCs mit Apple M6, Intel, AMD | c’t uplink 3. Oktober 2026
- „Diese Rohstoffe gibt es nicht auf unserem Planeten“ | c’t uplink 26. September 2026
- Steam Machine: Kaufen oder selber bauen? | c’t uplink 19. September 2026
- Open Source statt Microsoft 365: Diese europäischen Dienste solltet ihr euch ansehen! | c’t uplink 12. September 2026
- DSL, Kabel, 5G und Starlink im Vergleich – wenn Glasfaser nicht kommt | c’t uplink 5. September 2026
- Reicht das Handy? Wann ihr die Kamera getrost zu Hause lassen könnt | c’t uplink 29. August 2026
- Was KI-Detektor-Software kann (und was nicht) | c’t uplink 15. August 2026
- So sinnvoll sind selbstreinigende Katzen-Klos, Futterautomat und Catcam: Katzen-Gadgets im Test | c’t uplink 8. August 2026
- Desinfec’t 2026: Das Virenscan-Live-Linux von c’t | c’t uplink 1. August 2026
- Kinderschutz im Netz: Was die Politik plant, was Jugendliche und Eltern jetzt tun können | c’t uplink 25. Juli 2026
- KI lokal nutzen: Günstig, sicher & datenschutzfreundlich | c’t uplink 18. Juli 2026
- Mit verrückten Gadgets und Klimaanlagen-Tuning gegen die Hitzewelle | c’t uplink 11. Juli 2026
- Thread und Matter: Die Zukunft des Smart Home? | c’t uplink 4. Juli 2026
- Das Milliardengeschäft mit unseren Nutzerdaten | c’t uplink 22. November 2025
Alle Episoden von c’t uplink - der IT-Podcast aus Nerdistan · Mehr Technologie-Podcasts