#47 Solar auf dem Wasser - Schwimmende Solaranlagen und Solarboote
Episode von solarsorglos.de - Der Solar Podcast von Maik Marx und Solaria · 26. Juni 2026 · 14 min
Stell dir einen alten Baggersee vor – Schilf am Ufer, ein paar Enten. Und jetzt stell dir vor, seine Oberfläche erzeugt sauberen Strom für tausende Haushalte, während das Wasser darunter langsamer verdunstet und kühler bleibt. Klingt nach einem Widerspruch? Auf deutschen Seen schwimmt genau diese Zukunft heute schon – und das Verblüffende: Sie liefert sogar mehr Strom als die gleiche Anlage auf einem Dach. Der Grund ist fast ein kleines Wunder der Physik: Solarmodule hassen Hitze, doch die Wasserfläche kühlt sie wie eine natürliche Klimaanlage von unten. Das bringt im Schnitt fünf bis zehn Prozent Mehrertrag – geschenkt.
In dieser Folge erklärt dir Maik Marx, wie Floating-PV auf Pontons funktioniert und warum sie eine riesige, bislang übersehene Fläche erschließt: alte Baggerseen, Kiesgruben, Industriegewässer – Flächen, die mit niemandem konkurrieren. Die Module beschatten das Wasser, bremsen die Verdunstung und das Algenwachstum, und eine Kiesgrube verdient plötzlich an zwei Einnahmequellen zugleich. Die größte Anlage Deutschlands liegt in Bad Schönborn mit knapp fünfzehn Megawatt auf fast neun Hektar; Forscher sehen allein auf künstlichen Seen ein Potenzial von bis zu zweieinhalb Gigawatt. Maiks Rechenbeispiel: Eine 1-Megawatt-Anlage kostet rund neunhunderttausend bis eine Million Euro, erzeugt jährlich etwa eine Million Kilowattstunden und amortisiert sich in acht bis zwölf Jahren – danach läuft sie noch zwei Jahrzehnte. Dazu kommen die Solarboote: lautlose Fähren und Ausflugsschiffe, die direkt am Steg mit dem Sonnenstrom vom See geladen werden – ein perfekt geschlossener Kreislauf.
Maik ordnet auch ehrlich ein: Niemand deckt einen ganzen See zu, in der Regel deutlich unter der Hälfte, und ohne Umweltgutachten und wasserrechtliche Genehmigung geht es nicht – Wasser ist in Deutschland streng geschützt. Genau hier setzt Solarsorglos an: Wir prüfen das Gewässer, klären die Genehmigungen, holen die Gutachten ein und planen wirtschaftlich sauber. Und wer nicht selbst investieren will, nutzt das Pacht- beziehungsweise PPA-Modell und verdient an seiner Wasserfläche mit, ohne eigenes Kapital. Hör rein und entdecke, wie viel Potenzial auf unseren Wasserflächen schlummert.
🔗 Links:
Zur Folge: https://solarsorglos.de/podcast-47
Kontakt zu Solarsorglos: https://solarsorglos.de/kontakt.html
Impressum: https://solarsorglos.de/impressum.html
Datenschutz: https://solarsorglos.de/datenschutz.html
Weitere Episoden von „solarsorglos.de - Der Solar Podcast“
- #63 Solar für Schulen und Kitas 16. Oktober 2026
- #62 Solar für Sportvereine und Vereinsheime 9. Oktober 2026
- #61 Solar für Kirchen und Sakralbauten 2. Oktober 2026
- #60 Solar für Schwimmbäder und Thermen 25. September 2026
- #59 Solar für Brauereien und Lebensmittelproduktion 18. September 2026
- #58 Solar für Logistik und Speditionen 11. September 2026
- #57 Solar für Hotels und Gastgewerbe 4. September 2026
- #56 Solar für Rechenzentren - Der Energiehunger der KI 28. August 2026
- #55 Recycling von Solarmodulen - Kreislaufwirtschaft auf dem Dach 21. August 2026
- #54 Verschattung und Strings - Warum jeder Schatten zählt 14. August 2026
- #53 Solar-Tracker - Module die der Sonne folgen 7. August 2026
- #52 Bifaziale Module - Sonne von beiden Seiten 31. Juli 2026
- #51 Perowskit und Tandemzellen - Die nächste Modulgeneration 24. Juli 2026
- #50 Der Wechselrichter - Das Herzstück jeder Solaranlage 17. Juli 2026
- #49 Solarfassaden - Die Hauswand als Kraftwerk 10. Juli 2026
Alle Episoden von solarsorglos.de - Der Solar Podcast · Mehr Wissenschaft-Podcasts