#51 Jesus - Dürer - Superstar
Episode von Wer wir sind und warum das nicht klappte ... von Jan Schulte-Kellinghaus · 1. April 2026 · 57 min
Mit Daniel Hess:
Albrecht Dürer war 28 Jahre alt, als er sich als Jesus Christus portraitierte. Sein Messias war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Das Ölgemälde diente wahrscheinlich als Probestück für solvente Kunden. Denn schon in jungen Jahren war Albrecht Dürer ein Superstar. Der Druck seiner Holzschnitte und Kupferstiche hatte ihn rasch reich und berühmt gemacht.
Die Apokalypse aus der „Offenbarung des Johannes“ war sein erstes erfolgreiches Druckprojekt mit hoher Auflage. Die Folge von 16 Blättern, basierend auf Holzschnitten, hatte einen enormen Eindruck auf die Menschen damals. Schauerliche dramatische Szenen mit den vier apokalyptischen Reitern, der Hure Babylon und dem heiligen Michael, der verzweifelt mit dem siebenköpfigen Drachen kämpft. Alles bedrohlich realistisch.
Viele seine heute berühmtesten Bilder hat Dürer zu seinen Lebzeiten nie veröffentlicht. Nicht nur sein Selbstportrait als Jesus, auch Zeichnungen und Aquarelle, die er zu Studienzwecken anfertigte, sind heute populärer als viele andere seiner damals offiziellen Werke.
Fast jede Hörerin und jeder Hörer wird schon mal den Hasen gesehen haben, den Albrecht Dürer nur für sich, als Fingerübung gezeichnet hat. Dieser hockende Feldhase ist das berühmteste Tier der Kunstgeschichte. Nie zuvor hat ein Künstler ein Tier so naturgetreu abgebildet. Mit einem Fell, dass man sofort streicheln möchte. Sein populärstes Bild wurde erst in seinem Nachlass gefunden.
Dürers Lebensleistung ist die Entwicklung vom geschätzten mittelalterlichen Kunsthandwerker zum selbstbestimmten Malerstar der Renaissance, der seine Genialität mit wenigen Federstrichen beweist.
Über den Wegbereiter der deutschen Malerei spreche ich mit Prof. Dr. Daniel Hess dem Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.
Die Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier:
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