# 283 Zu nett, zu müde, zu viel: Warum dein Ja dich erschöpft
Episode von #HappyWorkingMom von Selina Furter · 6. Mai 2026 · 24 min
Es ist 16:45 Uhr.
Dein Kollege fragt, ob du das Protokoll von heute noch übernehmen kannst. Du hast um 17:00 Uhr Kita-Schließzeit.
Und du sagst: "Klar, ich schau kurz."
Du bist um 17:03 Uhr in der Kita, entschuldigst dich bei der Erzieherin — zum dritten Mal diese Woche . Abends, nachdem das Kind schläft, tippst du das Protokoll. Und am nächsten Morgen fragst du dich, warum du so platt bist.
Niemand hat dich gezwungen.
Du hast es selbst getan.
Und genau das ist die Frage, der ich heute nachgehe: Warum eigentlich?
Wir sind groß geworden mit: harmonisieren, andere nicht enttäuschen, Konflikte irgendwie umschiffen. Und dann kommt die Mutterschaft und dreht dieses Muster nochmal auf. Weil Mütter da sind. Mütter geben. Mütter haben eigentlich keine Grenzen.
Aber hier ist, was es dich kostet.
Jedes Ja, das eigentlich ein Nein war, geht auf dein Konto. Weil du dir jedes Mal selbst beweist: Meine Grenzen zählen nicht wirklich. Was die anderen brauchen, kommt zuerst.
Und irgendwann glaubst du das wirklich.
Ich habe das selbst gelernt. Auf die harte Tour.
Als ich noch in HR-Leadership war, war mein Ja immer schnell. Ich war die, die einsprang. Die blieb. Die das Protokoll tippte, wenn alle anderen schon weg waren. Ich war die, die den Arm hob, wenn jemand “Arbeit” sagte.
Ich dachte ernsthaft, mein Wert hängt daran, wie verfügbar ich bin.
Und dann wurde ich an meinem ersten Tag nach der Elternzeit entlassen.
Ich hatte mich kaputt gemacht für eine Institution, die mich in dem Moment, in dem ich sie brauchte, einfach abgelegt hat.
Was ich seitdem weiß: Ein Nein zu sagen ist kein Angriff. Es ist eine Aussage. Darüber, was dir wichtig ist. Darüber, was du dir wert bist.
Das ist Selbstvertrauen in Aktion.
Und noch was, weil ich das gerne klarstelle:
Wenn du Nein sagst zum Protokoll, zur Extra-Aufgabe, zur Anfrage, die eigentlich gar nicht deine ist, dann sagst du gleichzeitig Ja. Ja zu dir. Ja zu deinem Abend. Ja zu dem Akku, den du morgen noch brauchst.
Grenzen setzen ist kein Egoismus. Es ist die ehrlichste Aussage, die du über dich machen kannst.
In Folge 283 des #HappyWorkingMom Podcasts spreche ich genau darüber.
Warum du Nein nicht sagst. Was es dich wirklich kostet. Und wie du anfängst, dir selbst den Platz zu geben, den du längst verdient hast.
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